Gasthof Köhler
Treppelner Str. 15
15898 Neuzelle

Tel. +49 (0)33656 235
Fax. +49 (0)33656 41040
E-Mail: gasthof-koehler@web.de




Die Geschichte des Kruges in Treppeln

Nach dem Dreißigjährigem Kriege (1618 - 1648) liegt Treppeln wüst. Die Gehöfte sind zerstört und unbesetzt. Der Abt von Neuzelle sieht sich nach neuen Untertanen um.

1652 verkauft Abt Bernardus das Treppelner Kruggut mit dazugehörigen 2 Hufen Land an Hans Voigt - für 100 Taler. Dieser hat das Wohnhaus ausgebessert und Stallungen und Scheune von Grund an neu aufgebaut.
1691 verkauft Hans Voigt seinem Sohne George Voigt den Krug für 200 Taler. George Voigt ehelichte Dorothea Schulze aus Tschernsdorf. Dann geht der Krug an die Tochter Marie, die mit Friedrich Klawische verheiratet ist. Der Zeitpunkt des Verkaufs an die Tochter ist nicht bekannt. Nach dem Tode des Friedrich Klawische hinterlässt er drei Söhne und vier Töchter.
1757 verkauft die Witwe Marie Klawische den Krug für 434 Taler an ihre Tochter Anna-Elisabeth, die mit Christian Stange verheiratet ist. Soviel betrugen die Schulden, die derzeit auf dem Kruggut lasteten. Das Ehepaar hatte vier Töchter, doch keinen Sohn.
1772 am 7. Juni erhält die zweite Tochter Anna-Elisabeth, die zu der Zeit mit Hans-Georg Krüger verlobt ist den Krug. Der Kaufpreis betrug 775 Taler, 14 Groschen und 10 Pfennige. Soviel betrugen die Schulden. Davon hatte das Kloster den größten Teil zu fordern. Die Schulden werden durch den Besitzer Krüger und seiner Frau in ihrer Wirtschaftszeit fast vollständig abgezahlt. Nur ein kleiner Rest ist bei der Übergabe des Kruges an seinen Sohn noch offen. Aus dieser Ehe gehen drei Kinder hervor - der Sohn Johann Georg und zwei Töchter Anna Margaretha und Anna Elisabeth.
1809 laut Kaufvertrag erhält am 3. Oktober der zweite Träger des Namens Krüger, Johann Georg, von seinem Vater den Krug zum Preis von 600 Taler. Er verheiratet sich mit der Lehrertochter Marie-Elisabeth Lange aus Grunow. Unter diesem Besitzer wird das Kruggut durch den Erwerb von „Feilchens“ Kossätenhof und der dazugehörigen Neumann’schen Hufe vergrößert. Der Preis dafür betrug 262 Taler. Die Gebäude auf Feilchens Hof waren abgebrannt. Der dritte Krüger, Vornamen ebenfalls Johann Georg, erhält.
1841 am 16. Januar den Krug von seinem Vater für die Summe von 500 Taler. Er ist der einzige Sohn, neben vier Töchter. Die Töchter Marie Elisabeth und Anna Louise haben in die Lehnschulzenwirtschaften in Ziltendorf und Cobbeln eingeheiratet. Die beiden anderen Schwestern starben als Kinder. Am 2. September kaufte Johann Georg das Hirtenhaus für 200 Taler von der Gemeinde Treppeln. (Bemerkung: Er hatte bis zum Jahre 1848 das Wirtsrecht) Verheiratet ist dieser Johann Georg Krüger mit Anna Elisabeth geb. Krüger aus Diehlo. Sie stirbt am 16. Mai des Jahres 1868 im Alter von zartesten Kindesalter. Das Bierbrauen wird zu Pfingsten im Jahr 1868 eingestellt. Wann das Recht des Branntwein brennens aufgegeben wurde, lässt sich nicht feststellen. Die Geräte dazu wurden aber erst kurze Zeit vor dem Ersten Weltkrieg (1914-1918) als Altmaterial nach Guben verkauft. Johann Georg Krüger ist der letzte männlich Träger des Namens Krüger als Besitzer des Erb- und Braugutes in Treppeln.
1892 erhält die einzige Tochter Anna Elisabeth Wilhelmine Krüger den Krug. Sie ist Karl Köhler, dem Vater ihres 1889 geborenen Sohnes Georg, versprochen und heiratet selbigen erst 1902, nach dem Tode ihres Vaters, der der Verbindung seiner einzigen Tochter mit dem ehemaligen Knecht des Hofes nicht zugestimmt hatte. 1903 wird das kleine alte Strohhaus abgerissen und das neue, große Haus mit Saal erbaut, wie es heute hier steht. Karl Köhler stirbt 1909 im Alter von 52 Jahren und seine Frau Wilhelmine Köhler führt den Hof und die Gastwirtschaft mit dem Sohn Georg weiter.
1921 am 4. Januar übergibt die Witwe Wilhelmine Köhler ihren gesamten Grundbesitz an ihren Sohn Georg, der am 1. April 1921 Frida Böhme aus Steinsdorf ehelichte. Sie haben drei Kinder: Tochter Ilse, Sohn Georg und Tochter Marie-Luise. 1939 beginnt der Zweite Weltkrieg in dessen Folge Treppeln 1943 zwecks Bau eines SS Truppen-Übungsplatzes geräumt werden sollte. Eine Ersatzwirtschaft wurde ihnen in Welto (jetzt polnisches Gebiet) zugewiesen. Das Kriegsende verhinderte den Bau des Truppenübungsplatzes. Am 19. Oktober 1945 wird Georg Köhler bei einem Raubüberfall im Ort erschossen. In gleicher Zeit tritt das Gesetz der Bodenreform in Kraft und die Köhler’sche Wirtschaft mit der Gastwirtschaft werden enteignet. Die Witwe Frida Köhler und ihre beiden Töchter fahren bis zur Regierung und dürfen vorerst die Wirtschaft von 87ha Fläche und die Gastwirtschaft behalten. 1947 kehrt der Sohn Georg aus der Gefangenschaft zurück. 1950 wurde das Gut erneut enteignet und Sohn Georg darf von seiner Wirtschaft 16 ha siedeln und das Gehöft behalten. Die Witwe Frida Köhler führt die Gastwirtschaft weiter. 1955 heiratet Sohn Georg Helene Hoffmann aus Skampe (jetzt polnisches Gebiet).
1975 führt Helene Köhler die Gastwirtschaft weiter, die seit 1961 in Kommission des Konsum steht. 1960 geht die 16 ha große Siedlungsfläche in die damals zwangsweise entstandene Landwirtschaftliche Genossenschaft über. Aus der Ehe gehen drei Kinder hervor: Sohn Hans Georg, Tochter Susanne und Tochter Beate. 1990 stirbt Georg Köhler mit 67 Jahren und die Witwe Helene Köhler führt die Gastwirtschaft weiter. Sohn Hans Georg heiratet 1982 Marina Müller aus Friedland bei Beeskow.
1994 Marina Köhler führt nun die Gastwirtschaft weiter. Sie haben zwei Kinder: Sohn Christian und Tochter Katharina. Diese sind nun die zwölfte Generation dieses Kruges.


Einen angenehmen Aufenthalt wünscht ihnen ihre Familie Köhler


© 2014 Gasthof Köhler